Nicht immer steckt die Lungenkrankheit hinter Atemproblemen. Forscher sagen: Bei einem Drittel der Patienten fehlen die typischen Befunde

Möglicherweise leiden viele erwachsene Asthma-Patienten gar nicht unter der Atemwegserkrankung und könnten demzufolge ohne Medikamente leben. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler aus Ottawa (Kanada). Ihre Studie wurde im Fachmagazin JAMA veröffentlicht.
Die Forscher untersuchten 613 Patienten, die in den zurückliegenden fünf Jahren die Diagnose Asthma erhalten hatten. Ein Drittel von diesen zeigte bei der Prüfung der Lungenfunktion jedoch keine typischen Befunde. Die Krankheit war demnach entweder spontan abgeheilt – oder der Arzt hatte sich bei der Untersuchung geirrt. Das kann vorkommen, da in manchen Fällen andere Herz- und Lungenleiden ähnliche Beschwerden verursachen wie Asthma.
Die Diagnose sollte daher stets sorgfältig gesichert werden, so die Forscher. Die Rate der "falschen" Asthmatiker dürfte in Deutschland ähnlich hoch sein wie in Kanada.

 
16.05.2017, Bildnachweis: istock/OJO Images